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Rückbildung fängt im Kopf an

Der kleine Erdenbürger ist nun da, die ersten atemberaubenden Wochen mit Baby sind überstanden. Langsam möchte Frau daran glauben, dass es irgendwann eine Zeit geben wird, in der man sich im Spiegel anschaut und wieder zufrieden ist, mit dem, was man sieht. Also her mit dem Rückbildungskurs, den DVDs und den Ratgebern. Oder geht es auch leichter?

Ich sage: Ja!

Das beste Training ist nämlich die EINSTELLUNG zur Rückbildung, beziehungsweise zur eigenen HALTUNG. Sie fängt ganz ohne Schweißperlen im eigenen Kopf an! Alltägliche Bewegungen wie (aktives) Sitzen, Stehen und Gehen sind das Fundament für eine gelungene Rückkehr zur vorherigen (oder noch besseren) Form!

“Was soll man da üben? Das kann ich doch schon!”, denkt sich jetzt die ein oder andere.

Aber aktives Sitzen, Gehen und Stehen unterscheidet sich massiv von dem, was ich bei vielen Frauen nach der Schwangerschaft sehe. Auch ich neige dazu, mich bequem hinzusetzen oder hinzustellen, nur, dass das für meinen Beckenboden nicht besonders förderlich ist. Also Haltung bewahren und welche aufbauen, Baby!

Durch die nachstehenden Übungen und Tipps kannst du tägliche Bewegungen mit einem aktiven Beckenboden ausführen, bekommst ein Gefühl für die richtige Körperhaltung und vermeidest tägliche Fehlbelastungen.

Richtiges Sitzen:

Sobald man nicht mittig auf seinen Sitzbeinhöckern sitzt, sondern sich z.B. hinten anlehnt, oder den Rücken krumm macht, geht der Tonus des Beckenbodens gegen Null. Leider passiert das nur zu oft. Allein beim Stillen kann man eigentlich gar nicht aktiv sitzen und ein bequemes Sofa lädt auch eher zum Fletzen ein, als zum Geradesitzen. Dabei bedeutet diese Haltung im Sitzen echte Gefahr für den noch schwachen Beckenboden, denn der Bauchraumdruck steigt und kann Schäden anrichten.

Bauchraumdruck: Er baut sich auf, sobald man Luft anhält und presst. Er kommt von oben und drückt die Organe nach unten Richtung Beckenboden. Normalerweise merkt man ihn nicht. Nach der Geburt äußert er sich im schwachen Beckenboden durch Urintröpfchen, die gelegentlich entwischen oder als unangenehmer Druck nach unten.

Gefährliche Situationen durch den Bauchraumdruck entstehen für den Beckenboden durch eine runde, schlaffe Körperhaltung! 

Beispiele :

Beim Niesen oder Husten!

Tipp 1:

Anstatt sich beim “Hatschii” rund und klein zu machen, bleibt man aufrecht sitzen. Man dreht den Kopf zur Seite (!), streckt den Rücken durch und knickt nicht ein. Beim Husten hält man einfach die Hand vor den Mund. Reflexartig spannt sich der Beckenboden im Moment des größten Bauchraumdruckes an.

Tipp 2:

Auch unfreiwilliger Harnabgang beim Niesen oder Husten kann durch die richtige Körperhaltung wieder in den Griff bekommen werden. Viele Frauen schlagen leider immer die Beine übereinander, um den Harnabgang zu verhindern. Hat man dabei aber einen runden Rücken, so bringt das nichts, weil der Beckenboden dann schlaff bleibt.

Tipp 3:

Zu eng anliegende Kleidung vermeiden. Sie ist eine Belastung für den Beckenboden. Kleidung, die sonst gut sitzt, aber in der nach der Geburt noch weichen Taille kneift, sollte man vermeiden. Röcke oder Hosen, die im Stehen gerade so passen, verursachen beim Hinsetzen einen Abwärtsdruck im Bauchraum. Bei gleichzeitig gerundeter Körperhaltung entsteht ein unnötiger Druck, der Organe nach unten schiebt.

Richtiges Sitzen, so sieht´s aus:

Richtiges Stehen

Ein schwacher Beckenboden wird durch eine schlaffe Haltung zusätzlich belastet. Daher habe ich im nachfolgenden Video ein paar Ideen wie man mit einer guten Haltung seinem Körper etwas gutes tun kann.

Liebe Grüße

StuggiMom

 

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