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Grüße aus dem Wochenbett – Wochen 7 +8

Heute blicke ich auf die letzten zwei Wochen des Wochenbettes zurück und auch auf die darauf folgenden. Ich kann nur eines sagen: es wird besser, viel besser.

Das erste bewusste Lächeln

Die Fortschritte kommen mittlerweile in regelmäßigen Abständen. Fast jeden Tag gibt es neue erste Male. Eines meiner persönlichen Highlights war das erste bewusste Lächeln. Seit Woche 5 hatte Miss Maus immer wieder Anflüge eines Lächelns, das allerdings mehr an spontane Muskelreflexe erinnert hat. Nun ist es echt! Jeden Morgen wenn ich sie aus ihrem Pucksäckchen befreie, streckt sie alle Viere von sich, reckt sich, streckt sich und dann kommt das Strahlen, sobald sie mich, ihre Mama, anschaut. Da schmelze ich dann regelrecht dahin.

Egal sind dann die aufwühlenden Stunden am Abend zuvor, wo man unter Umständen 4 Stunden lang versucht, das Kind zu beruhigen. Was wir dafür nicht schon alles an kreativen Ideen ausprobiert haben. Von Spaziergängen an der frischen Luft mit Tragetasche, Vorsingen in diversen Sprachen, an die Brust legen und meditativ „Ooooohm“ trällern, in der Hoffnung, sie durch die Schwingungen der eigenen (oder Papas Stimme) zu beruhigen. Der Schaukelstuhl, die Dunstabzugshaube, der Fön, diverse Baby Sleep Apps etc… irgendwas funktioniert immer. Außerdem hat man ja mittlerweile auch die Gewissheit, dass man selbst definitiv länger wach bleiben kann als das Baby. Wenn also alles nichts hilft, hilft zu allerletzt die Geduld und das Abwarten, bis der Krümel einschläft.

Ist die Nacht erstmal rum, bekomme ich als Belohnung das zuckersüßeste zahnlose Lächeln der Welt. So einfach kriegt sie mich um ihren kleinen Baby-Finger gewickelt und ein neuer Tag fängt an.

Der Alltag wird vorhersehbarer und strukturierter

Sie macht sich wirklich toll. Wächst schön, nimmt zu und hat von von Tag zu Tag mehr Vertrauen in sich selbst. Das heißt, ich kann sie nun immer ein paar Minuten länger aus dem Arm legen und an einen anderen Platz setzen oder legen. In ihrem Stokke Trip Trap Stuhl (Must have!!!!) oder unter dem Spielbogen ist sie aktuell am liebsten.

Auf diese „Infrastruktur“ habe ich jetzt auch meine täglichen Rituale mit ihr angepasst:

Morgens wird sie gestillt. Anschließend ist Papa-Quality-Time. Der wickelt sie, zieht ihr das Outfit des Tages an und bringt sie mir dann zum Frühstückstisch, wo ich schon angezogen sitze und esse. An den Farbkombis muss Papa manchmal noch arbeiten, aber lustig ist es dann allemal. Nun setze ich sie in ihr Stühlchen und trage es in den Raum wo ich bin: im Schlafzimmer erzähle ich ihr, wie man das Bett macht, im Badezimmer drehe ich mich mit dem Rücken zu ihr und zeige ihr, wie man einen Zopf flechtet. In der Küche zeige ich ihr auch alles und lasse ihre kleinen Fingerchen die Dinge berühren, die ich auch habe. Sie guckt mir dann teilweise 1,5 Stunden einfach nur zu und gurrt was vor sich hin. Super niedlich ist dieses Gequake und die ersten Laute ihrer kleinen zarten Stimme. Dann tue ich so, als würde ich mich mit ihr unterhalten und wir geben nacheinander Töne von uns.

Nach diesen 2 Stunden ist sie erstmal genug bespaßt, trinkt nochmal und ratzt weg.

So geht es dann weiter: 2 Stunden wach, 1 Stunde schlafen. Es ist schon wirklich sehr schön, jetzt wo wir uns aneinander gewöhnt haben. Vor allem aber wird sie nun, wo diese hartnäckigen Koliken nachlassen, ein ganz anderes Baby: so lieb, schüchtern, anhänglich und niedlich, alles in einem, man kann es kaum beschreiben.

Ich freue mich auf die weitere Entwicklung und darauf, meine Tochter noch besser kennenzulernen.

Rückblick – Was würde ich jetzt anders machen?

Da unsere Familien entweder in Hannover oder Berlin wohnen, würde ich mir rückblickend von Anfang an einen Plan machen, wann und wer uns besuchen kommt. Dabei geht es nicht um die Wochenenden, wo sowieso jeder frei hat und mein Mann daheim ist. Nein, rückblickend würde ich jede Hilfe nehmen, die ich kriegen kann, um mir unter der Woche Unterstützung zu holen. Als meine Mama in Woche 7 für 3 Tage bei uns war, habe ich gemerkt, was das für eine wahnsinnige Entlastung ist. Es hat mir so gut getan, dass ich die Kleine tagsüber einfach mal in ihren Arm legen kann. Nicht, dass ich die Maus nicht gerne auf dem Arm habe, aber Tatsache ist, ich brauche auch meine Privatsphäre und kann nicht 24/7 die Mama-Funktionsjacke anhaben. Wie in dem Buch „artgerecht“ erklärt wurde, ist der Mensch darauf ausgelegt, ein Kind in einem Clan zu erziehen. Mutter und Vater alleine reichen da nicht. Mama ist also mein Clan!

Was den Rückbildungskurs angeht, hätte ich mir von Anfang an selbst ein Programm schreiben sollen. Ich habe vor der Schwangerschaft nämlich eine Ausbildung zur Fitnesstrainerin gemacht und war mir nicht sicher, ob in dem Rückbildungskurs noch andere Dinge behandelt werden. Als ich an einem teilgenommen habe, habe ich festgestellt, dass ich mir die Organisation um das Fahren in die Stadt, Abpumpen der Milch etc. hätte sparen können. Stattdessen habe ich mich nun, nach eingehender Beratung durch meiner Hebamme, der Gynäkologin und diversen Online-Weiterbildungen an ein eigenes Fitnessprogramm gemacht. Erste Einblicke gibt es auf Instagram und YouTube.

Der Freiheitskuchen wächst

Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Ich bin lediglich ein visueller Mensch und versuche für meine Situation eine Metapher zu finden. Vor der Schwangerschaft habe ich meine Freiheiten so geliebt und gelebt wie ich wollte. Mein Mann hatte dafür das größte Verständnis und wusste ganz genau, dass wenn ich mal keine Abende für mich bekomme, mir die Decke auf den Kopf fallen würde. Und jetzt ist von diesem riesigen Freiheitskuchen nur noch eine klitzekleine Spalte da. Diese wächst aber mit jeder Minute, die Miss Maus länger im Stühlchen aushält und mit jeder Minute, die ich länger alleine im Bad, in der Küche oder einfach auf dem Sofa verbringen kann.

Bald muss ich sie nicht immer nur an der Brust tragen, weil sie auch ganz gut im Kinderwagen schläft. Und noch ein paar Wochen später kann ich sie auch mal wach in den Kinderwagen legen, weil sie dann nicht mehr sofort anfängt zu weinen, sondern ihre Umgebung mit echtem Interesse studiert. Vielleicht ist es noch zu früh vom ganzen Freiheitskuchen zu träumen, deshalb bin ich auch mit den kleinen Freiheitsbrötchen zufrieden, die wir zwei jetzt gemeinsam backen.

Danke an Pixabay für das Beitragsbild.

©StuggiMom- Bloggerin Anastasia

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