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Grüße aus dem Wochenbett- Wochen 5+6

Das Wochenbett ist leider keine Zeit, in der nur gekuschelt wird. Für mich waren die Wochen 5 und 6 der Albtraum schlechthin, daher sind die beidem in einem Post verarbeitet und beschrieben.

Warum sind diesen 2 Wochen so nervenaufreibend?

In der 5. Woche findet laut “Oje, ich wachse!” DEM Baby-Entwicklungsbuch überhaupt, der sogenannte erste Entwicklungsschub statt. Zusätzlich ist in Woche 6. laut “Babyjahre” von R.H. Largo, das “Undefinierte Schreien” am häufigsten. Theorien und Studien können zwar beruhigend sein, aber Geduld und Ruhe zu bewahren, fiel mir in der Praxis dennoch sehr schwer in diesen Wochen.

Wieso fällt es uns so schwer, das Babygeschrei zu ertragen? Wieso können wir unsere Launen und die Tränenmengen nicht kontrollieren, die uns übermahnen? Wieso sind wir so launisch und vergesslich?

Ganz einfach: Im Wochenbett gehen Vernunft und Rationalität über Bord. Das kleine Wesen, unsere Hormone und die ursprünglichsten Instinkte übernehmen dafür das Ruder!

Natürlich ist Google unser bester Freund in neuen, unbekannten Situationen. Daher habe auch ich mich an das Internet Orakel gewendet. Meine Recherchen ergaben, dass sich sehr viele Mütter in der neuen Situation überfordert fühlen.

Besonder der Blog von Kathrin auf nestling.org hat mir Mut gegeben und einiges zum Thema Schreibabys und unspezifisches Schreien ins richtige Licht gerückt. Dort wird wunderbar erklärt warum die Kleinen so unglaublich doll, laut und lange schreien.

Stimmungsschwankungen und Gefühle der Machtlosigkeit treffen also nicht nur mich alleine. Als Erklärung wird vielerorts die Umstellung geboten, die unser Körper nach der Geburt mitmacht, sowohl psychisch als auch physisch. Zudem kommt noch der Schlafmangel dazu, an dem viele bereits in den letzten Schwangerschaftswochen leiden. Dieser sorgt für eine eingeschränkte Funktionsweise des Gehirns und führt u.A. zu Vergesslichkeit, Gereiztheit und natürlich zu Müdigkeit. Manche nennen diesen Zustand auch Stilldemenz. Auch ich leide unter diesem Phänomen. Dauernd verlege ich Dinge, vergesse sie oder stehe in einem Zimmer und weiß für einige Sekunden gar nicht, was ich da eigentlich wollte. Die geistige Leistung geht auf die, einer 60-Jährigen zurück.

Wie sich der Tagesablauf mit Baby ändert

In Woche 4 habe ich beschrieben, wie man außerhalb der eigenen 4 Wände zurück in den (Stuttgarter-) Alltag findet. Aber wichtiger ist, was sich nun anderes im eigenen Heim abspielt.

Die eigenen Routinen und das Zeitmanagement für selbst die kleinsten Dinge wie Duschen werden nämlich komplett auf den Kopf gestellt.

Dazu kommen noch die Baby-Besuche, die man versucht so zu organisieren, dass jeder zufrieden ist, vor allem man selbst. Auch wenn man alle Freunde und Verwandten noch so gerne sehen möchte, die Nickerchen am Nachmittag sind einfach unersetzlich. Die Rechnung ist einfach. Wenig Schlaf + noch weniger Schlaf = keine gute Laune und mehr Stress. Das Baby fühlt Mamas Laune wie ein Seismograph die kleinste Erschütterung und ist noch unruhiger als sonst. Der Teufelskreis des Schreiens geht weiter.

Man hat nun auf einmal zu funktionieren. Auch wenn man eigentlich für alles zu müde ist, nicht weiß, wie man das Schreien abstellen kann und eine Pause bitter nötig hat.

Wären nicht die ganzen Glückshormone, die unser Belohnungszentrum im Gehirn jedes Mal ausschüttet, wenn wir unser Kind riechen oder anfassen, würden solche extremen Situationen der Ausweglosigkeit bei jedem normalen Menschen zu ganz anderen Reaktionen führen. Normalerweise würde unser Gehirn neuronale Signale senden die etwa so lauten könnten: „Schnell weg hier, das ist mir zu viel, zu eng, zu wenig Zeit für mich, zu schnell, zu wenig Kontrolle!“ Das wären die möglichen rationalen Antworten auf so viel Verantwortung, Schlafmangel und Neues auf einmal.

Doch den Verstand und unser altes Ich fragt niemand. Auch die Kontrolle über unseren Hormonhaushalt ist uns längst flöten gegangen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als unserem Körper zu vertrauen und uns von den Endorphin Schüben treiben zu lassen, die durch das Glücks- und Liebeshormon Oxytocin unseren Körper durchströmen.

Falls also Ehemänner, Familienmitglieder oder Freunde uns mal für die Schusseligkeit und Vergesslichkeit tadeln, kann man mit reinem Gewissen auf Mutter Natur verweisen und darauf, dass dieser Zustand nur temporär ist.

Beruhigend ist auch, dass auch andere Menschen,die an unserem Baby riechen die gleichen Glücksgefühle verspüren. Ich habe den Versuch an meiner 90-jährigen Oma gemacht. Am Anfang hat sie nicht verstanden, warum sie denn nun am Kopf ihrer Urenkelin schnüffeln soll. Als sie das dann aber getan hat, konnte sie gar nicht genug von ihrem Geruch bekommen und hat mich sogar gefragt mit was ich die kleine baden würde. Experiment erfolgreich.

Die Natur hat das schon geschickt eingefädelt. Die Menschen sind nicht dafür geschaffen, ganz alleine ein Baby großzuziehen. Auch ein einzelnes Paar genügt nicht. Es ist empfehlenswert sich einen Klan, eine Herde, um sich herum aufzubauen, der einem diese Aufgabe erleichtert. Großeltern, Tanten, enge Freunde der Familie etc., sie alle helfen nicht nur der Schlafmangel geplagten Mutter, nein, sie helfen auch dem Baby ein gesundes soziales Netzwerk aufzubauen und Beziehungen einzugehen.

Hat man die Schrei-Wochen überstanden, weiß man, dass die eigenen Instinkte und das Vertrauen in seine Fähigkeiten etwas ganz Wunderbares sind. Ich weiß nun, dass Mein Körper sich selbst regulieren kann. Leider, oder auch zum Glück, ohne dass ich es selbst steuern kann.

Buchtipps

Danke an Wayne Evans für das Beitragsbild.

©StuggiMom- Bloggerin Anastasia

Ein Kommentar

  1. Мила Мила

    Я с большим удовольствием прочитала твой новый блок
    Важно понимать что когда ребёнок испытывает какой то дискомфорт он просто плачет Требуется конечно терпение И поэтому маме тоже нужна помощь Не может мама как машина 24 часа в сутки функционировать Прекрасно когда родственники могут хоть на время заняться с ребёнком и дать возможность мамочке или по спать или просто отдохнуть

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