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Grüße aus dem Wochenbett- Woche 4

Wochenbett-Woche 4: 1 Schäfchen, 2 Schäfchen… Von Schlaf(-Mangel), Schlafgewohnheiten, Schlaforganisation und wie man Babys den Schlaf beibringen kann.

Vielleicht hast auch du den Spruch schon mal gehört: „Babys sind Traglinge und keine Liegelinge!“. Meine Hebamme sagt mir das aktuell fortwährend, denn der einzige Ort, an dem Miss Maus sich wohl fühlt und Schlaf findet, ist in ihrem Tragetäschchen an meiner Brust. Nachts wahlweise auch mal ohne die Tragetasche, aber am gleichen Ort. Sie hängt da wie ein kleines Äffchen und will überhaupt nirgendwo anders abgelegt werden. BabyBay, Spielbogen, Hochstuhl mit extra Babyeinsatz  und Co. haben alle keine Chance.

Die Gründe für dieses extreme Nähebedürfnis sind sicherlich zum einen die Koliken, die ich in Woche 3 erwähnte, zum anderen die Tatsache, dass wir Menschen wohl doch alle vom Affen abstammen.

In den Alltag zurückfinden – Stuttgarts Freizeitangebote für junge Mamas

Mein Mann hat nach der Geburt unserer Tochter 3 Wochen Urlaub genommen. Ab der 4. Woche ging er wieder arbeiten und ich merkte, wie intensiv die Betreuung der Kleinen alleine war. Um ihr die Nähe und Geborgenheit weiterhin geben zu können, nahm ich mir für die Tage nichts vor, außer für sie da zu sein und bis zu seiner Rückkehr auszuhalten. Haushalt, Wäsche und Küche konnten warten. (Und Blog-Beiträge kann man schließlich auch nachträglich verfassen).

Auch wenn ich manchmal bis in den Nachmittag hinein nicht zum Zähneputzen kam, mit Hilfe des Tragesystems fanden wir mit jedem Tag besser in unser Mama-Kind-Team, indem jeder seine Bedürfnisse befriedigt bekam – sie die Nähe, ich freie Hände.

Um in einen halbwegs geregelten Alltag außerhalb der eigenen 4 Wände zurück zu finden, gibt es in Stuttgart eine Menge unterschiedlicher Angebote und sozialer Einrichtungen, die man mit Baby aufsuchen kann.

  1. Zunächst step-by-step: Spaziergänge an der frischen Luft mit Kinderwagen oder Tragetasche. Ideale Orte, wo beide Systeme zum Einsatz kommen können, habe ich hier aufgezählt. Außerdem tut frische Luft und Bewegung Babys Verdauung gut und hilft damit bei Koliken.
  2. Auch die Stadt Stuttgart hat ein vielfältiges Angebot. Bei dem Willkommensbesuch, den jeder neue Stuttgarter Erdenbürger bekommt, bekamen wir ein Elternbegleitbuch und ein Badehandtuch mit Stuttgarter Wappen als Geschenk. Für die eher digitalen Muttis unter uns, kann man sich die Informationen auch hier online holen. Interessant fand ich besonders die Übersicht für babyfreundliche Spielplätze in den einzelnen Regionen. Für Stuttgart-Mitte kann man die Karte mit den Spielplätzen unter diesem Link finden.
  3. Vielerlei regionale Events gibt es in der Elternzeitung Luftballon, wobei wir hierfür noch etwas zu klein sind. Ich denke, dass ist etwas, was man eher nach dem Wochenbett durchstöbern kann.
  4. Im Eltern Kind Zentrum findet man u.A. internationale Baby- und Kleinkinder-Gruppen. Mit meinem russischen Background werde ich da wohl mal an einem Freitag ab 15:00 Uhr vorbeischauen.
  5. Das Mütter Kind Zentrum steht für Still-Treffs, Willkommensfrühstücke der neuen Familien uvm. offen. Besonders gefallen hat mir das Baby Cafe für Babys von 0-6 Monaten. Jeden Mittwoch von 12.00 – 14.30 Uhr. Man kann einfach vorbeischauen, im gemütlichen Sitzkreis nette Muttis treffen und sich austauschen, während die Kleinen auf ihren Deckchen die ersten Spielkameraden kennen lernen.

Habe ich was vergessen? Bitte einfach in den Kommentaren reinschreiben, wo du dich gerne informierst oder wo du gerne mit deinem Neugeborenen hingehst.

Damit man all diese schönen Dinge nutzen kann, ist vor allem eines wichtig: SCHLAF!

Wie schlafen Babys? Wie bringe ich meinem Kind das “Durchschlafen” bei und was ist Papas Rolle bei dem Ganzen

Eine einleuchtende Erklärung fand ich in dem Hörbuch “Artgerecht” von Nicola Schmidt (für richtige Bücher habe ich aktuell weder Zeit noch die Konzentration). Sie erzählt humorvoll und anschaulich, wie wir mit unseren kleinen Steinzeit Babys am artgerechtesten umgehen. Warum Steinzeit? Weil die Veranlagungen, mit denen wir Menschen zur Welt kommen noch aus eben dieser Zeit stammen. Die Lebensbedingungen, unsere Erwartungen und Hoffnungen haben sich weiterentwickelt, aber die Natur macht da leider nicht mit.

Das einzige, was angepasst wurde, ist, dass wir Menschen physiologisch betrachtet 3-9 Monate zu früh auf die Welt kommen. Das müssen wir auch, denn seit wir Affen waren, ist viel passiert: Wir haben den aufrechten Gang gelernt und damit verbunden enorme muskuläre und knöcherne Veränderungen durchlebt. Wir bekamen zum Beispiel eine stabile Hüfte und das Becken, um aufrecht gehen zu können, oder den enorm starken Beckenboden, der all unsere Organe dort hält, wo sie hingehören. Damit unsere Babys eine Chance haben, den Geburtskanal trotz all dieser Veränderungen zu passieren, kommen sie nun früher auf die Welt als vor tausenden von Jahren. Bei anderen Säugetieren ist das anders. Kälbchen, Schäfchen, sogar Schildköten-Babys wissen nach Geburt direkt was los ist und können stehen und überleben. 

Unsere kleinen Frühchen können das nicht und brauchen daher permanent Nähe und die Gewissheit, dass ein vertrauter, großer Mensch es stets beschützt, versorgt und auf keinen Fall vergisst, falls die Herde weiterzieht. Daher wollen so viele Babys, wie auch meins, in den ersten Wochen schlicht nie abgelegt werden.

 Papas Rolle oder “Es lief alles nach Plan, nur der Plan war scheiße”

Wenn sich der Vater häufig in der Nähe von Mutter und Kind aufhält, sorgt sagt das Milchbildungshormon Prolaktin auch bei ihm Veränderungen. Es senkt seinen Testosteronspiegel. Papas können dann eine ganz fantastische Hilfe sein.

Ich denke da zuerst an die nächtlichen Aufgaben und daran, dass es die halbe Miete ist, einen Plan für die Nachtschicht zu haben. Wenn das Baby nachts wach wird, kann ruhig zuerst versucht werden, ihm oder ihr andere Brücken zu bauen, die es nutzen kann, um in den Schlaf zu finden, als die Brust. Einige Ideen: 

  • Papa übernimmt das Beruhigen, Streicheln, in den Schlaf wiegen, Wickeln und alle andere nicht-Milch-bezogenen Aufgaben in der ersten Schicht, also idealerweise von 22 bis 3:00 Uhr (Wir reden hier von Ideal- oder auch Wunschvorstellungen)
  • Obiges gilt an den Wochenenden oder vor Feiertagen.
  • Nach der Arbeit geht der Papa 1-2 Stunden mit dem Nachwuchs spazieren. Mama hat dann Zeit für was auch immer sie möchte, Schlaf, Sport, Dusche, telefonieren oder auch einfach mal für das Nichtstun.
  • Wickelkommode vorbereiten, Lätzchen bringen, Wärmeflasche warm machen etc. 

Gemeinsame Aufgabenteilung entlastet ungemein. Außerdem kann der Papa kann so aktiver an der Entwicklung der Kleinen und an seiner Beziehung zu ihr arbeiten. Für mich ist eine Schlafperiode, in der ich weiß, dass meine kleine Miss Maus bei ihrem Papa gut aufgehoben ist, wesentlich tiefer und erholsamer, als eine Schlafperiode, in der ich selber ständig halb wach bin, um bei jedem Geräusch zu schauen, ob sie etwas braucht.

Ich sage nicht, dass man Babys durch Mamas Wunsch nach Schlaf nachts extra lange hinhalten soll, bevor man sie füttert. Ich habe lediglich herausgefunden, dass man auch andere Methoden ausprobieren kann, bevor man das kleine Wesen direkt an die Brust nimmt, wo es doch eigentlich noch hätte friedlich weiter schnaufen und dösen können. Sobald bekannte Hungerzeichen auftreten, bin ich natürlich dran, Plan hin oder her.

Was Paps außerdem so alles machen können, steht im Blog Paps Online

Schlaf ist das Wichtigste, für Mutter und Kind! Wie bringe ich meinem Baby bei, dass es Nacht ist?

Babys verarbeiten im Schlaf die Reize des Tages und bilden Synapsen, die für das lebenslange Lernen wichtig sind. Sie brauchen Schlaf, denn dann wird das Fundament in ihrem kleinen Köpfchen gelegt. Es gibt Babys, die schlafen 12 und andere 20 Stunden am Tag. Man kann nur hoffen, dass man selbst einen Langschläfer hat, das macht die Sache leichter. Ist bei uns aber leider nicht der Fall, daher hier eine Übersicht, wie man seinem Würmchen beibringen kann, dass es die Äugelein für ein paar Stündchen geschlossen halten kann. Ergänzungen sind wie immer willkommen!

  1. Viel frische Luft und natürliches Licht helfen dem Baby, Tag und Nacht von einander besser zu unterscheiden.
  2. Eigene Kommunikation und die Umgebung anpassen. Während des Tages kann man Reize setzen, also Spaß haben, albern, tanzen, eben alles. Sobald es dunkel wird, sollte man die Lampen dimmen, den Fernseher und das Radio ausstellen und alle anderen Reize entfernen, um langsam runter zu kommen. Warum TV schlecht für Babys ist, kann man hier ganz gut nachlesen.
  3. Ist die Nacht erst einmal angebrochen, kann man auf den Ruhe-Modus schalten. Heißt konkret, dass man das Kind vor, während oder nach dem Stillen nicht groß animiert oder es anspricht. Wir selbst schlafen ja auch schlechter ein, wenn wir von einer aufregenden Party nach Hause kommen, statt wenn wir einen ruhigen Abend mit Badewanne und entspannter Musik hinter uns hatten.
  4. Keine Windeln wechseln!. Babys machen nachts meist nicht bis wenig in die Windel. Wenn die Pampers-Dunstwolke einen nicht gerade benebelt, kann man diesen Extra-Reiz, der beim Wickeln entsteht, sein lassen. Ich schreibe übrigens bewusst Pampers, denn, ohne Produktwerbung zu machen, kann ich sagen, dass Pampers Premium Protection den kleinen Hintern am Trockensten halten.
  5. Für einen geregelten Tagesablauf sorgen. Vor allem die Nachmittage und Abendstunden gestalte ich möglichst ruhig. Ich versuche es zu vermeiden, nach 16:00 Uhr mit ihr in Einkaufshäuser gehen und vereinbare Besuche auf vor 18.00 Uhr.
  6. Babys haben sehr feine Fühler und sind kleine Seismographen. Sie merken, wenn es uns selbst schlecht geht, wir wütend oder aufgebracht sind. Je weniger Schlaf man hat, desto öfter kommt es zu solchen Zuständen.
  7. Besuch von Freunden oder entfernten Verwandten, der zu lange bleibt oder zu spät geht, sollte vermieden werden. Beispiel: In der vierten Woche hatten wir Besuch von sehr guten Freunden. In der Regel haben mein Mann und ich nichts dagegen, wenn besagtes Paar den ganzen Tag bei uns bleibt. Allerdings merkte ich nach zweieinhalb Stunden am Verhalten meiner Kleinen, das es ihr einfach zu viel war. Anfangs habe ich gedacht, dass sie Hunger hat. Da sie sich aber weder mit Essen, noch mit Kuscheln beruhigen ließ, verzog ich mich mit ihr in ein ruhiges Zimmer nebenan. Dort wurde sie schon um einiges leiser. Somit hat sich mein Verdacht bestätigt: es waren ihr zu viele Reize und Informationen am Stück. Als die beiden gegangen sind, hat sich die Kleine noch einmal kurz in Rage geschrien, um dann schließlich fest einzuschlafen. Zwischen 11:00 Uhr und 16:00 Uhr ist meiner Erfahrung nach die optimale Zeit für Besuche und Spaziergänge im Freien. Davor haben wir immer Zeit für uns und danach ist langsames zu Bett gehen und zur Ruhe kommen angesagt.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine hoffentlich ruhige und erholsame gute Nacht!

Danke an NIKOLAY OSMACHKO für das Beitragsbild.

©StuggiMom- Bloggerin Anastasia

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