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Grüße aus dem Wochenbett- Woche 2

Wochenbett-Woche 2: Das Stillen

Nach dem Milcheinschuss und den ersten aufregenden Tagen zu Hause war das Stillen die nächste Herausforderung. Der Magen eines Babys ist in den ersten Tagen nicht größer als eine Murmel und nach 10 Tagen immer noch nicht viel größer als eine kleine Pflaume. Die Milch wird aber innerhalb von 2 Stunden verdaut, daher ist stets für Nachschub zu sorgen. Den Zeitpunkt zum Stillen kann man gar nicht verpassen, denn die Kleinen fordern ihr Recht zuerst mit niedlichem Schmatzen oder Zunge Zeigen und wenn Mama es dann noch immer nicht mitkriegt, mit zunehmend lauter werdender Quengelei.

Angebot und Nachfrage

Die Milchmenge der Mutter ist anfangs noch nicht auf den Bedarf des Babys eingestellt, daher wird geraten, im Wochenbett unbedingt nach Bedarf zu Stillen. Meine Lessons Learned war, dass es sich um Stillen nach Bedarf von BEIDEN handelt! Warum erwähne ich das so? In der zweiten Woche schlief meine Kleine nachts teilweise 3-4 Stunden. Erfreulich für sie, aber meine Milchmenge war darauf eingestellt, nach 1-2 Stunden entleert zu werden. Das waren dann schmerzhafte 1-2 Stunden Warten in der Nacht. Gerne darf man daher in solchen Fällen seinen Engel sanft wecken, damit er oder sie ein wenig trinkt. Beiden wird es danach besser gehen.

Wie lange sollte das Baby gestillt werden und wie setzt sich die Milch zusammen?

Unsere Miss Maus hat teilweise eine volle Stunde lang getrunken. Keine 15-30 Minuten später deutete sie wieder an, dass sie Durst hatte. Nach intensiven Gesprächen mit meiner Hebamme weiß ich, dass es mehrere Gründe als nur den Hunger gibt, warum ein Baby an die Brust möchte. Einen tollen Artikel dazu findest du hier.

Zunächst kann es sein, dass das Baby schlicht noch nicht genug Kraft hat, um sich schneller die nötige Menge Milch zu holen, die es braucht. Mir wurde geraten, die Kleine beim Füttern möglichst wach zu halten.  Das gelingt ganz gut, indem man sie am Füßchen etwas streichelt und anstubst, oder vom Ohr zum Mundwinkel den Gaumen Muskel stimuliert.

Eventuell werden die Kleinen aber auch nicht “richtig” satt. Es gibt nämlich die Vormilch, die einen höheren Wassergehalt hat. Die ist praktisch gegen den Durst. Dann gibt es noch die nahrhafte Hintermilch, die das Baby für das Wachstum braucht. Letztere kommt nach ca. 7-15 Minuten während EINER Stilleinheit. Wichtig ist also, darauf zu achten, dass das Baby eine Seite zuerst leer trinkt und sie von alleine loslässt. Falls dann die Augen schon schwer werden, kann man sein Baby gerne „wachwickeln“, um ihm dann die andere Seite anzubieten. Es wird trinken, so viel es noch braucht. Beim nächsten Stillen sollte man dann mit der Seite anfangen, bei der man aufgehört hat.

So eine Prozedur kann sich ganz schön ziehen. Irgendwann, so die Theorie, werden die Babys kräftiger und werden pro Mahlzeit nur noch 15 bis max. 20 Minuten brauchen.

Ach wie schön zu wissen, worauf man hinarbeitet…

Sollte ich vor dem Schlafengehen zufüttern?

Manche Mamis berichten, dass sie vor dem Schlafengehen noch eine extra Portion abgepumpter Milch zufüttern, damit ihr Baby wirklich ganz satt in die Nacht geht. Ob es davon länger am Stück schläft? War bei mir nicht der Fall! Zusätzlich hat mir meine Hebamme gesagt, dass die Milch ihre Zusammensetzung im Verlauf des Tages ändert. Somit KANN die morgens abgepumpte Milch abends eher kontraproduktiv sein und das Baby munter machen. Studien und andere Portale unterstützen diese Aussage.

Das Reinigen der Brust nach jedem Stillvorgang ist übrigens nicht nötig. Praktischerweise enthält Muttermilch desinfizierende Stoffe, sodass man nach dem Stillen einige Tropfen auf der Brustwarze verteilen und an der Luft trocknen lassen kann. Idealerweise befindet man sich dabei in den eigenen vier Wänden.

No, it’s not tea time yet!

Immer wieder höre ich von (älteren) Familienmitgliedern und Bekannten, es sei doch am besten für das Baby, wenn man längere Stillpausen einhält. Um den Durst dazwischen zu befriedigen solle man Kümmel- oder Fencheltee verabreichen. Diese Technik hat vielleicht vor 30 Jahren funktioniert, ist aber laut aktuellen Forschungsergebnissen veraltet.

Früher hat man gedacht, man dürfe nicht zu oft stillen, denn wenn neue Milch auf alte Milch im Magen trifft, könne das zu diesen gefürchteten 3-Monats-Koliken führen. Heute weiß man, dass dem nicht so ist. Heute weiß man auch, dass man eigentlich überhaupt nicht weiß, woher die 3-Monats-Koliken überhaupt kommen. Das einzige, WAS man weiß, ist, dass gewisse Darmbakterien, die z.B. für die Spaltung von Zucker zuständig sind, sowie die Darmflora, sich bei einigen Babys erst bilden müssen. Dieser Vorgang dauert nun mal 3 Monate. Die betroffenen Mamas und Babys müssen da durch. Das Stillen wird dabei besonders empfohlen und zwar, wie oben beschrieben, stets nach Bedarf.

Es ist also überhaupt nicht verwunderlich, wenn der kleine Wurm nicht den angepeilten 2-3 Stunden-Rhythmus einhält, sondern gelegentlich auch häufiger naschen möchte, beziehungsweise einfach Nähe sucht. Daher sollte man Babys im ersten Jahr so oft stillen, wie sie es brauchen, ganz ohne Tee zwischendurch. Der Grund warum es zu kurzfristiger Ruhe nach Tee-Zugabe kommt, ist, dass der Säugling Flüssigkeit im Magen hat, die ihm ein Sättigungsgefühl gibt. Dieses ist aber nicht für die Gewichtszunahme und seine weitere Entwicklung relevant. Ebenso kann die Milchmenge zurück gehen, wenn das Baby seltener trinken darf, da dann das Hormon Oxytocin nicht in der gewünschten Häufigkeit ausgeschüttet wird.

Somit ist es aus heutiger Sicht definitiv besser, den Tee durch Muttermilch zu ersetzen, denn das Baby schreit sicherlich nicht, weil es uns um den Finger wickeln will, sondern weil es einfach seine Natur ist. Als gute Eltern sollte man ihr auch folgen, statt sich nach vorgeschriebenen Still-Rhythmen und Uhrzeiten zu richten!

Organisatorisches

Einige organisatorische Dinge, die man in der 2. Woche schon machen kann, ist die Anmeldung für einen Rückbildungskurs oder Babymassagen. Alle Adressen und Termine für derlei Kurse in und um Stuttgart, findest du übrigens auf der Homepage von Kidsgo.

photo credit: danielpeinado.photo FeliZidad_0109158 via photopin (license)

©StuggiMom- Bloggerin Anastasia

Ein Kommentar

  1. Tatjana Tatjana

    Schön geschrieben. Bin auch ganz deiner Meinung, nach Bedarf zu stillen. Das machen wir heute (mit bald 2,5) immer noch. 😉
    Beim sanften Wecken bin ich jedoch anderer Meinung. Babys im ersten Jahr verarbeiten viel im Schlaf und viele wichtige Synapsen werden im Schlaf gebildet. Daher sollte man Babys besser nicht wecken. Ich würde im Falle von Milchstau lieber abumpen und die Milch einfrieren für späteren Bedarf…
    Schöne Grüße nach Stuttgart :*

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